Homestory

17.02.21
Highboard Boli und Michaela

„Ein Ort des Träumens, des Denkens und des Kreierens ...“

Vor rund neun Jahren hat sich Michaela dazu entschieden ihr damaliges „Kinderzimmer“ in ein eigenständiges Haus umzubauen. Aus 20 wurden gute 180 Wohnfläche. Sie ist ein Bewegungsmensch, wie sie selber von sich sagt, eine Powerfrau mit einer Wahnsinns Ausstrahlung (wie wir finden :))… und sie liebt Motorräder – dazu später mehr! :) Wir durften Michaela bei sich zu Hause besuchen und sie näher kennen lernen …

Liebe Michaela, bitte erzähl uns ein bisschen von dir …

 

Das mache ich gerne, liebes CASA-Team. Mein Name ist Michaela Sonderegger, ich bin 37 Jahre alt und aufgewachsen in Feldkirch-Altenstadt. Dort lebe ich nun auch wieder, direkt an und auf meinem Elternhaus – das heißt, mein „Kinderzimmer“ wurde so wie ich erwachsen und hat sich zu einem eigenen Haus mit viel Charakter entwickelt ...

Ich habe Internationale Wirtschaftswissenschaften in Innsbruck und Göteborg studiert und der Zufall brachte mich ins Gesundheitswesen. Meine ersten Berufsjahre nach dem Studium war ich in den Vorarlberger Landeskrankenhäusern in der Unternehmenskommunikation tätig und seit fünf Jahren leite ich das Marketing und die Kommunikation einer schweizweit etablierten Rehaklinik-Gruppe. 

Sport und Reisen erfüllen mich neben meinem Berufsleben. Ich würde mich als sehr reisefreudigen und naturverbundenen Menschen beschreiben, der offen ist für alles Neue und ganz viel Entdeckergeist in sich trägt.

Nebula Sofa
Küche
Michaela in der Küche

Du bist leidenschaftliche Motorradfahrerin und hast eine größere Fanbase auf Instagram (kraftherz.moto). Woher kommt diese Leidenschaft? Wie bist du dazu gekommen?

 

Ich bin ein absoluter Bewegungsmensch. Stillstand, egal in welchem Sinne, ist für mich nur schwer aushaltbar. Vielleicht gerade deshalb faszinieren mich Dinge, die sich auf irgendeine Art und Weise bewegen. Schon als kleines Kind liebte ich es, mit meinem Dreirad stundenlang im Hof auf und abzufahren. Die Evolution auf Rädern bzw. Rollen sah in etwa so aus: Rollschuhe, Inlineskates, Snakeboard, Skateboard, Fahrrad, Longboard, Moped, Auto, Motorrad.☺

Mein erster Ferienjob: Hundewürstchen. Diese Hunde-Leckereien habe ich im Schichtbetrieb über mehrere Wochen sortiert und eingepackt um mir mein erstes Moped zu leisten. Es folgten Ausflüge ins Motocross- und Endurofahren. Und nach ein paar Jahren mit sportlichen Strassenbikes kam auf einmal die Leidenschaft für das Kreative, das Individuelle, das Handgemachte. Ich wollte selbst ein Motorrad umbauen. Dazu holte ich eine BMW K100, Baujahr 1986, aus dem Burgenland und wer sich ein wenig auskennt, der weiss, dass dieses Motorrad, mit seinem übergrossen Vierzylinder-Reihenmotor ein „Designschmankerl“ seiner Zeit ist und beim Betrachten eine gewisse Polarität auslöst. Vielleicht war auch gerade dies mein Antrieb, aus diesem, in meinen Augen „hässlichsten Motorrad der Welt“, etwas Schönes zu machen. Gemeinsam mit der Werkstatt meines Vertrauens und vielen Stunden erfüllte sich der Traum meines Custombikes. Und wenn mich einmal die Leidenschaft gepackt hat, dann tut sie dies so richtig: Über die letzten Jahre kamen noch einige Bikes dazu und wieder weg ... Aktuell fahre ich noch meine BMW, einen HD Shovelhead Chopper und eine Yamaha Teneré ...

Wohnzimmer mit Motorradhelm Deko
Motorrad Buch

Kannst du uns etwas über dein Zuhause erzählen? Wie wohnst Du? 
 

Mein Zuhause ist mein Rückzugsort, mein Ort der Entspannung, des Loslassens, der Geborgenheit. Mein Ort des Träumens, des Denkens, des Kreierens ... Mein Ort der Feste und der Geselligkeit ...

Vor rund neun Jahren habe ich mich entschieden mein damaliges „Kinderzimmer“ in ein eigenständiges Haus umzubauen. Aus 20qm wurden gute 180qm Wohnfläche. Es ist nun ein Haus auf einem Haus, mit eigenem Eingang. Das Einzige, das den Neubau mit dem Altbau verbindet, ist die gemeinsame Nutzung der vorhandenen Haustechnikinfrastruktur. Ich wollte ein Haus, das mir selbst entspricht. Mir waren natürliche, nachwachsende und langlebige Materialen wichtig. So ist etwa die gesamte Holz-Riegel-Konstruktion aus heimischem Holz, das Dach und die Fassade aus Naturschiefer, die Wände mit Lehmfarbe und teilweise Lehmputz veredelt und die Küchenarbeitsplatte aus Schwarzachtobler Sandstein. Support your local Dealers – die heimische Wertschöpfung liegt mir sehr am Herzen.

Wie würdest du deinen Einrichtungsstil beschreiben?

Gegensätzlich. Und doch wieder eins. Zwei Elemente die von einer gewissen Polarität behaftet sind, verschmelzen miteinander. Zum Beispiel treffen warme Holzböden und - Decken auf kalte Stahlträger und einen stahlverkleideten Speicherofen. Klare Linen werden durch Rundungen locker. Auf dem Perserteppich verneigt sich der Betontisch vor der Ledercouch. Messing trifft auf schwarzen Tafellack. Neues Retro-Sideboard buhlt mit 60er-Jahre Sideboard um Aufmerksamkeit. 

Gibt es einen roten Faden zwischen deinem Wohn-, Kleidungs-, bzw. Lebenstil und deinem Hobby dem Motorradfahren?

Der rote Faden passt in keine Schublade. Der rote Faden wird aus einer Vielzahl kleiner Fäden gesponnen, die zusammen eine Einheit ergeben. Alleine mag ein Faden rockig oder rotzig sein, einer mag luxoriös und fein sein, der andere wiederum angepasst. Zusammen ergeben sie ein individuelles Garn, das meine Persönlichkeit ausmacht, die sich eben in den verschiedenen Dimensionen widerspiegelt. Ich versuche das Leben in allen Farben zu leben. Und wenn die Farben an einem Tag halt einmal monochrom sind, werden sie am nächsten Tag wieder in das schönste Licht getaucht. So ist das, wenn man sich aufs Leben einlässt.

Blick in die Wohn-Essküche

Was war deine Inspiration bei der Einrichtung?

Ich gehe mit offenen Augen durch die Welt und wenn mich etwas anspricht, egal was es ist, fotografiere ich es. Ich liebe es, unterwegs und auf Reisen zu sein ... Ich habe ein Zeit lang in Skandinavien gelebt und fühlte mich dort sehr wohl. Egal wo ich mich umschaute, zu Hause bei Freunden, in Restaurants, Bars oder in Geschäften, überall wird Wert auf Einrichtung gelegt. Egal welche Stile und Trends mehr oder weniger konsequent durchgezogen werden, schlussendlich ergibt es ein  harmonisches und gemütliches Gesamtwerk.

Diesel Sofa Nebula

Welcher ist dein liebster Einrichtungsgegenstand und warum?

Vor kurzem habe ich meinen Teakholz-Esstisch gegen einen runden Esstisch getauscht. Ich wollte das immer schon, hatte mich bisher aber noch nicht getraut. Schlussendlich war dies die beste Entscheidung. Endlich können alle Gäste gleichwertig miteinander plaudern ohne dass über jemanden „drübergeredet“ wird oder sich „Grüppchen“ am Tisch bilden ... Und die Platte des Tisches ist satiniert und hat eine feine Haptik – es fühlt sich ein wenig wie Leder an...

Gibt es einen Lieblingsplatz in deinem Haus?

Mein Diesel Nebula Nine Sofa ist mein absoluter Lieblingsplatz. Ich habe es mir nach meinem Hausbau geleistet und liebe es, darin zu versinken. Es ist meine Insel zum Lesen und Serien schauen. Man würde es nicht meinen, aber es macht sich auch sehr gut als Gästebett – wird mir zumindest gesagt.☺

Michaela beim Tisch
InBetween Tisch

Würdest du umziehen und dürftest nur drei Möbelstücke mitnehmen, welche wären das?

Klein- oder Großmöbel? Wenn mein Balance-Board als Möbelstück durchgeht – dann wäre dies ganz sicher mit dabei ... Mein Diesel-Sofa und meine Melitta Filter-Kaffeemaschine.

Was liebst du an deinem Zuhause besonders?

Die hohen Räume und die Bäume rundherum. Wenn im Frühling alles sprießt und blüht bin ich eins mit der Natur. Die großen Fenster geben mir ein Gefühl, in einem Baumhaus zu leben.

Welche Muster, Farben und Materialien magst du besonders?

Natürliche Muster, die sich aus der Materialisierung ergeben. Bei den Farben: Jade- und Olivgrün, Graublau, Rubinrot ... Materialien: Leder, Wolle, Holz, Stahl, Beton und Schiefer. 

Drei Dinge, die wir noch nicht über dich wussten:

(1) Zigarren. Ich habe mit der Zeit eine Vorliebe für Whiskey und Zigarren entwickelt. Dies ging sogar soweit, dass mir mein Partner einen Humidor geschenkt hat. (2) Ich möchte Klavier lernen. Bisher habe ich mich besonders durch Musik-Konsum von Nischen-Genren bis Klassik hervorgetan. Etwas selbst zu komponieren wäre schön. (3) Mein Traum ist, einmal eine Zeit lang am Meer zu leben... Wasser zieht mich magisch an und beruhigt mich.

Bei dir vergeht kein Tag ohne …

Kaffee. Und: Jeden Tag als neuen Tag beginnen.

Hocker Küche
Offener Wohnraum

Liebe Michaela, es hat uns sehr gefreut.

Vielen Dank für das super spannende Interview & den Einblick in dein richtig cooles Zuhause. Wir wünschen dir noch viele tolle Stunden in deinem „Kinderzimmer Deluxe“.

Fotos: Angela Lamprecht 🖤